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Musik

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Brasiliens Musik ist so vielfältig wie die Kultur seiner ethnisch ganz unterschiedlichen Menschen, die aus allen Teilen unseres Planeten und den verschiedensten Nationen eingewandert sind. Ihre neue Heimat unter tropischer Sonne, so scheint es, hat in ihnen allen ein gemeinsames Gefühl menschlicher Verbundenheit nicht nur erhalten, sondern zu neuem, kreativem Schaffen angeregt: Brasilien wurde weltbekannt durch seine besonders bewegende Musik und seine mitreissenden Tanzdarbietungen – Música Popular Brasileira (MPB), Bossa Nova, Samba, Música Sertaneja, Forró, Baião, Pagode, Axé, Brazilian-Rock sind Stilrichtungen, die Brasilien in der restlichen Welt bekannter gemacht haben, als Amazonas, Zuckerhut oder Karneval.

Herzlich Willkommen in der Welt der brasilianischen Musik (D)
Für alle Freunde von Bossa Nova, Forró, MPB – Música Popular Brasileira, Pagode, Samba, Sertanejo u.a.m. – kurz der brasilianischen Musik – steht ab sofort unser Onlineshop zur Verfügung. Das Angebot wird laufend erweitert!

Alô Musica (P)
Alô Musica – ein Hallo für die brasilianische Musik weltweit
Über Neuigkeiten, über die Neuerscheinungen, Konzerte, Künstler, Produzenten, Labels usw. Bescheid zu wissen… Für Recherchen über Sänger, Musiker, Künstler des musikalisch brasilianischen Universums, es reicht ein Klick und da ist alles zur Verfügung – im Portal Alô Musica

Dicionário Cravo Albin da Música Popular Brasileira (P, E)
Das Instituto Cultural Cravo Albin – eine private Organisation aus Rio de Janeiro – beendete im Jahr 2001 das umfangreichste Lexikon über die brasilianische Musik. Über 5’300 Biografien von Interpreten, Gruppen, Bands und alle brasilianischen Musikstile können abgerufen werden. Dieses Lexikon lässt keine Wünsche offen.

Radio- und TV-Links (P)
Mehr als 12’600 Radios und TV finden interessierte auf dieser Site von Brasilien und weiteren Ländern.

Radio Locator (E)
Über 100 Radio-Stationen aus Brasilien alphabetisch aufgelistet und verlinkt.

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Ausführliche Biografien der nachfolgenden MusikerInnen, Bands finden Sie auf unserer Hauptseite!

Adriana Calcanhotto (P)
Die in Südbrasilien geborene „Gaúcha“ Adriana Calcanhotto trat schon in jugendlichem Alter in Kontakt mit der MPB (Música Popular Brasileira), beeinflusst von ihrem Vater, dem Schlagzeuger Carlos Calcanhotto. Als Fan des Jazz und von Künstlern wie Elis Regina und Maria Bethânia, fing sie Ende der 80er Jahre an zu singen – im Alter von 17 Jahren.

Alcione (P)
Alcione Nazaré erblickte das Licht der Welt in São Luis, im Bundesstaat Maranhão, am 21. November 1947. Der Vater, João Carlos Dias Nazareth, war Leiter eines Polizei-Musikkorps in derselben Stadt und von Beruf Musiklehrer. Er brachte seiner Tochter schon sehr früh das Spielen verschiedener Blasinstrumente bei – wie zum Beispiel Klarinette, auf der das Kind im Alter von 13 Jahren anfing zu spielen. Sie spielte und sang auf Festen von Freunden und innerhalb der Familie.
Unter dem Spitznamen “Marrom“ wurde sie dann eine der grössten Samba-Idole Brasiliens. Alcione Nazaré war ihr Leben lang von der Musik umgeben. Schon als Kind begleitete sie ihren Vater in der Polizeikapelle. Ihre Jugend verbrachte Alcione dann in Rio de Janeiro und begann ihre professionelle Karriere im Alter von 20 Jahren. Ihr erster öffentlicher Auftritt fand im alten TV-Kanal Excelsior statt. Im Jahr 1972 nahm sie ihre erste Compact-Disk auf – ein Jahr später eine zweite – aber keine davon führte Alcione zum verdienten Erfolg. Zu ihrem 25. Karriere-Jubiläum brachte Alcione 1998 die Platte “Celebração“ (Zelebrierung) heraus, mit ihren antiken Klassikern im Duett, zum Beispiel “Não Deixe o Samba Morrer“ mit Cassia Eller, “Estranha Loucura“ mit Alexandre Pires und “Linda Flor“ mit Maria Bethânia.

Astrud Gilberto (P, E)
Astrud Gilberto ist international bekannt als “The Girl from Ipanema” (obwohl sie nur das Lied bekannt gemacht hat – die “Garota de Ipanema” ist eine Andere) – Musikfans nennen sie auch die “The Queen of Bossa Nova“ – eine Sängerin deren Wurzeln in der brasilianischen Musik fest verhaftet sind. Ihre Musik hat sich zu einer interessanten Kombination von gefühlvollen brasilianischen Rhythmen, amerikanischem Pop und Jazz entwickelt. Geboren im brasilianischen Nordosten, im Bundesstaat Bahia, als eine von drei Töchtern eines deutschen Vaters und einer brasilianischen Mutter, wuchs Astrud in Rio de Janeiro auf. Dann emmigrierte sie in die USA in den frühen 60er Jahren, wo sie seither zuhause ist. Astruds Gesangsstil hatte einen starken Einfluss auf die zeitgenössische Musik. Viele Künstler haben zugegeben, dass sie von ihrem musikalischen Stil beeinflusst worden sind – unter ihnen: Basia (sie hat Astrud ein Lied mit dem Titel “Astrud“ gewidmet), Sade, Sinead O’Connor, Michael Franks, Pat Metheney und Suzanne Vega. Verschiedene Avantguarde-Gruppen sehen Astrud Gilberto als ihre “Inspirative Muse“ an.

Baden Powell (P, D)
Baden Powell de Aquino wurde in Varre-Sai geboren, einer Kleinstadt im Norden des Bundesstaates Rio de Janeiro – am 6. August 1937. Sein etwas ungewöhnlicher Name erklärt sich aus der Leidenschaft seines Vaters, Lilo de Aquino, für die Pfadfinderschaft, in der er selbst eine leitende Stellung innehatte. Baden Powell ist der Name jenes britischen Generals, der als Gründer der Pfadfinderschaft in die Geschichte eingegangen ist. Schon früh, im Alter von 8 Jahren, fing er an bei Jaime Florence Guitarre zu lernen. Zusammen mit Vinícius de Moraes ging er eine der bedeutendsten Partnerschaften in der brasilianischen Volksmusik ein. Baden Powells unvergleichliche Art Gitarre zu spielen – sie enthält sowohl virtuose Elemente klassischer Technik als auch solche des Swing gemischt mit Harmonien der brasilianischen “Música Popular” – reichte radikal bis an die Grenzen des Instruments und verwandelte ihn selbst in einen seltenen brasilianischen Virtuosen von internationalem Renomée. Ab der 60er Jahre wurde er in Europa bekannt, und dort nahm er verschiedene Platten auf – besonders in Frankreich und in Deutschland, und er hat in beiden Ländern einen Teil seines Lebens verbracht. Mitte der Siebziger fiel Baden Powell in eine ernste Gesundheitskrise und die öffentlichen Auftritte und Aufnahmen wurden seltener. Am 26. September 2000 verstarb er in Rio de Janeiro.

Beth Carvalho (P)
Elizabeth Santos Leal de Carvalho erblickte am 05. Mai 1946 in Rio de Janeiro das Licht der Welt. Ihr Kontakt mit der MPB (Música Popular Brasileira) wurde von ihrer Familie gefördert, schon seit ihrer Kindheit. Im Alter von acht Jahren hörte sie bereits bewegt die Lieder von Sílvio Caldas, einem grossen Freund ihres Vaters, João Francisco. Auf den Festen und musikalischen Veranstaltungen der 60er Jahre wurde dann die Sängerin geboren, stark geprägt vom Bossa Nova.

Caetano Veloso (P)
Der Bahianer Caetano Emanuel Viana Telles Veloso hätte niemals gedacht, dass er, gebürtig aus einer Kleinstadt des „Recôncavo Baiano“, im Lauf seines Lebens so viel Erfolg sowohl in seinem Heimatland als auch im Ausland haben, und sich zur bedeutendsten Persönlichkeit der „Música Popular Brasileira“ (MPB) entwickeln würde. Aber genau das geschah. Geboren am 7. August 1942 in Santo Amaro da Purificacao – nur 73 Kilometer von Salvador entfernt – wusste Caetano Veloso, wie man ihn später nannte, schon als er noch klein war, was er später mal werden wollte: ein bisschen älter als vier Jahre komponierte der Bruder von Maria Bethânia schon den Song „A Tua Presenca Morena“ und bewies damit seine künstlerische Begabung.

Carlinhos Brown (P)
Antônio Carlos Santos de Freitas wurde in Dandeal Pequeno geboren, einem kleinen Stadtteil von Brotas, in der Stadt Salvador da Bahia. Er war noch ein Kind, als im Jahr 1976 zwei Bahianer von 25 Jahren, Caetano Veloso und Gilberto Gil, eine Bewegung gründeten, welche die brasilianische Musik radikal verändern sollte: den Tropicalismus.
Auf seinen drei ersten (anfangs der 90-ger Jahre) Platten verhält sich Carlinhos Brown stets solidarisch mit seinem Land, gegenüber seinen Wurzeln, gegenüber dem bahianischen Karneval. Vorher, im Jahr 1993, hatte er die erste seiner insgesamt acht Schallplatten mit der “Timbalada” als Produzent publiziert. Diese Band setzt sich aus Jugendlichen und Erwachsenen des Stadtteils Candeal Pequeno zusammen, historisch gesehen einer der ärmsten Stadtteile von Salvador da Bahia. “Timbalada” ist eine Percussion-Band, die im Karnelval geboren wurde.

Cartola (P)
Sein Spitzname „Cartola“ (Zylinder) bekommt er, weil er sich bei seiner Tätigkeit als Maurer stets einen Hut aus Kokosfasern auf den Kopf setzte, um seine Haare vor dem herumspritzenden Mörtel zu schützen. Gründer der „Escola Estacao Primeira de Mangueira“ im Jahr 1928, deren Clubfarben, nach einem Vorschlag von Cartola, Grün und Rosa sein sollten. Gegen Ende 1929 wurde dann seine erste Komposition auf Platte geprägt: der Samba „Que Infeliz Sorte“, gesungen von Francisco Alves. Bis zum Jahr 1933 lanciert er acht Samba-Kompositionen – fünf gesungen von Francisco Alves, dem besten Sänger dieser Epoche, einen mit Carmen Miranda, der latein-amerikanischen Entdeckung jener Zeit, einen mit Sylvio Caldas, auch ein Interpret der ersten Kategorie und einen mit der Neuentdeckung Arnaldo Amaral.
Cartola starb getragen vom Respekt und der Anerkennung seines Volkes am 30.11.1980, mit 72 Jahren – er wurde unter grosser Verehrung in der „Mangueira“ aufgebahrt und auf dem Friedhof von Caju beigesetzt.

Cazuza (P)
Agenor Miranda de Araújo Neto, oder einfach “Cazuza”, erblickte das Licht der Welt am 4. April 1958, innerhalb einer Familie der brasilianischen Mittelklasse, als Sohn der Näherin Lucinha Araújo und des Produzenten der Odeon-Plattenfirma, João Araújo – letzterer schuf das Markenzeichen “Som Livre”. Die Tatsache, dass sein Vater ein bekannter Musikproduzent war, trug viel dazu bei, dass Cazuza vor allem umgeben von brasilianischer Musik aufwuchs. In den 70er Jahren jedoch, entdeckte er den Rock´n Roll während eines Englandaufenthalts und entwickelte sich zum Fan grosser Idole der Bewegung, wie Janis Joplin und Led Zeppelin. 1980 stieg er bei seinen Freunden der Band “Barão Vermelho” (Roter Baron) als Lead-Sänger ein. 1985 kam in Cazuzas Leben eine besondere Bedeutung zu: Er entschied sich, die Gruppe zu verlassen und sich in einer Solokarriere zu versuchen. Im November desselben Jahres brachte er das Album “Cazuza” heraus.
Nach seinem Aids-Tod, am 07. Juli 1990 in Rio de Janeiro, im Alter von 32 Jahren, gründet Lucinha Araújo, seine Mutter, die Gesellschaft “Viva Cazuza” (Cazuza soll leben), welche mit AIDS infizierte Kinder aufnimmt und versorgt.

Chico Buarque (P)
Francisco Buarque de Holanda ist der Vierte von sieben Söhnen des Historikers Sérgio Buarque de Hollanda mit der Amateur-Pianistin Maria Amélia Cesário Alvim. Er wird am 19. Juni 1944 in Rio de Janeiro geboren und entwickelt sich einige Jahre später zum vollkommenen Künstler: Er ist Sänger, Komponist, Schauspieler, Schriftsteller, Poet und Dramaturg. Allerdings war es zuerst die Musik, der sein grösstes Interesse galt – und letztlich wurde er durch seine Musik bekannt und respektiert.
Schon im Alter von neun Jahren – er lebte damals in Italien, wo sein Vater an der Uni in Rom unterrichtete – komponierte Chico Buarque einige Karnevalsmärsche. Mit 12 Jahren – als die Familie nach São Paulo umgezogen war, taten sich seine jüngeren Schwestern, Ana, Cristina und Pii, zusammen und sangen von Chico komponierte Operetten.

Clara Nunes (P)
Clara Francisca Nunes Pinheiro, bekannt als Clara Nunes, (geboren in Cedro da Cachoeira am 12. August 1942 – gestorben in Rio de Janeiro am 02. April 1983, wo ihre Leiche innerhalb der Anlage der Sambaschule Portela aufgebahrt wurde) war eine brasilianische Sängerin, die zu den grössten “Sambistas” unseres Landes gezählt wird – an der Seite von Beth Carvalho und Alcione. Sie arbeitete in einer Fabrik im Bundesstaat Minas Gerais, als sie sich entschloss, am Wettbewerb “A Voz do Ouro ABC“ teilzunehmen, aus dem sie als Siegerin in der Etappe ihres Bundesstaates Minas Gerais hervorging – in der Endausscheidung in São Paulo belegte sie dann den dritten Platz (1959). Ab diesem Moment bekam sie eine Anstellung bei einem Radiosender in Belo Horizonte und präsentierte sich in Nachtclubs der Stadt, in der sie bis 1964 lebte – dann zog sie um nach Rio de Janeiro.

Daniela Mercury (P)
Sie entstammt einer Familie der Mittelklasse in Salvador und entschied sich im Alter von 13 Jahren Sängerin zu werden – ihr Vorbild war die berühmte Sängerin Elis Regina. Mit 16 fing sie an in Bars zu singen, und zwar mit einem Repertoire, das fast ausschliesslich aus der MPB bestand. Im Jahr 1989 gelang ihr die Integration in die Band von Gilberto Gil als „backing vocal“. Sie wurde Mitglied der Gruppe „Companhia Clic“ und im Jahr 1991 begann sie ihre Solokarriere mit der Veröffentlichung einer ersten Schallplatte. Im Folgejahr festigte die zweite Platte ihren Ruf als bedeutendste Sängerin der „Axé-Musik“ – dank einem explosiven Erfolg von „Swing da Cor“.

Dorival Cayimmi (P)
Er ist der „bahianischste“ unter den grossen Komponisten und Poeten der Brasilianischen Volksmusik (MPB) – er wurde am 30. April 1914 in Salvador (Bahia) geboren. Seine Vorfahren waren Italiener, die bahianisch gemischten Generationen begannen mit seinem Urgrossvater, der aus Italien eingewandert war. Seine musikalische Begabung zeigte sich bereits in kindlichem Alter, anstatt mit anderen Kindern zu spielen, verbrachte er seine Zeit damit, Familienmitgliedern beim Klavierspielen zuzuhören. Um das Jahr 1930 herum begleitete er sich selbst auf der Gitarre, ohne dass er je Musik studiert hatte. In den 50er Jahren wird Caymmi von den Köpfen des aufkommenden „Bossa Nova“ vereinnahmt. Seine Musik war eine der wichtigsten Grundlagen für diesen Stil, entwickelt von João Gilberto, der eine Reihe von Dorivals Kompositionen aufnahm.

Elba Ramalho (P)
Elba Maria Nunes Ramalho, geboren im Bundesstaat Paraíba am 17/8/1951, als Tochter von João Nunes, Landwirt und Instrumentalist in einem Orchester – von ihm erbte sie ihren Hang zur Musik. Mit zirka 20 Platten, die auf dem brasilianischen und internationalen Markt erschienen sind, hatte Elba Ramalho bereits 1997 fünf Platin-Schallplatten eingeheimst, die an Künstler vergeben werden, welche die Marke von 250.000 verkauften Kopien überschritten haben – ausserdem acht Goldene, als Anerkennung für über 100.000 verkaufte Kopien.

Elis Regina (P)
Elis Regina Carvalho da Costa wurde am 17/03/1945 in Porto Alegre, im Bundesstaat Rio Grande do Sul, geboren. Sie absolvierte die Volksschule im “Grupo Escolar Gonçalves Dias” und das Gymnasium im “Instituto de Educação General Flores da Cunha” in ihrer Geburtsstadt. Im Alter von elf Jahren präsentierte sie sich im Radiosender Farroupilha von Porto Alegre – als Sängerin im Programm “Clube do Guri” (Kinder-Club). Im Jahr 1959 bekam sie einen Vertrag als Sängerin vom Sender “Rádio Gaúcha”.

Fagner (P)
Raimundo Fagner Cândido Lopes oder mit Künstlername “Fagner“ gewann im Alter von fünf Jahren einen Kinder-Wettbewerb bei einer lokalen Radiostation. In jugendlichem Alter stellte er vokale und instrumentale Musikgruppen zusammen und begann seine eigenen Songs zu komponieren. Er gewann 1968 das “IV. Festival de Música Popular do Ceará” mit der Komposition “Nada Sou” (Ich bin nichts) – die er zusammen mit Marcus Francisco präsentierte. Er wurde populär in seinem Bundesstaat und tat sich mit anderen lokalen Komponisten zusammen, wie Belchior, Rodger Rogério, Ednardo und Ricardo Bezerra. Er zog um nach Brasília 1971 und klassifizierte sich auf dem ersten Platz beim “Festival de Música Popular do Centro de Estudos Universitários de Brasília” mit “Mucuripe” (zusammen mit Belchior). In den 80er und 90er Jahren spalten sich seine Platten in romantische Balladen und nordöstlichen Folklore.

Gal Costa (P)
Maria da Graca Costa Penna Burgos wurde am 26. September 1945 in der bahianischen Hauptstadt Salvador geboren. Schon mit zwei Jahren sagte sie jedem, der es hören wollte, dass sie mal Sängerin werden wollte. Mit zehn trällerte sie im Haus herum und die Familie entschied, sie zu einem Wettbewerb für Gesangs-Amateure im Fernsehen einzuschreiben. Der entscheidende Anstoss ihre Künstlerkarriere zu verfolgen, kam 1959, nachdem sie den „Bossa Nova“ von João Gilberto gehört hatte. Sie verbrachte einige Jahre als Verkäuferin in einem Plattenladen, bis sie 1963 Gelegenheit bekam, Caetano Veloso kennen zu lernen – der von ihrer Stimme entzückt war. Gal Costas künstlerische Reife vollzog sich im Jahr 1971 mit „Fa-tal“ und „Gal a Todo Vapor“, einem Doppelalbum plus einer Show, dirigiert von Wally Salomão: Meilensteine einer Kontrakultur und intelligentem Protest in Brasilien. Die 80er Jahre begannen mit internationalen Tourneen.

Gilberto Gil (P, E)
Zusammen mit Caetano Veloso führte er die „Movimento Tropicalista“ (Bewegung des Tropikalismus) in den 60er Jahren an und wurde einer der bedeutendsten Komponisten der „Música Popular Brasileira“ (Brasilianische Volksmusik). Gilberto Passos Gil Moreira erblickte das Licht der Welt in Salvador (Bahia) am 26. Juni 1942 und verbrachte seine Kindheit in dem Städtchen Ituacu, im Interior desselben Bundesstaates, wo er anfing, sich für die Musik der städtischen Bands zu interessieren und auch das, was er im Radio hören konnte – besonders Orlando Silva und Luiz Gonzaga waren seine Vorbilder. Im Alter von 9 Jahren ziehen seine Eltern mit ihm und seiner Schwester nach Salvador, um den Kindern eine bessere Schulbildung zu ermöglichen – Gilberto lernt nebenbei Akkordeon zu spielen. Im weiteren Verlauf seiner Jugend intensiviert er sein Musikstudium und gründet mit 18 Jahren die Gruppe „Os Desafinados“. Ende der 50er Jahre übt der Sänger und Komponist João Gilberto einen prägenden Einfluss auf ihn aus, und Gil lernt Gitarre zu spielen. Seit Ende der 60er Jahre hat sich Gilberto Gil zu einer der kreativsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der brasilianischen Musikszenen weiterentwickelt.

Ivete Sangalo (P)
Ivete Sangalo, geboren am 27.05.1972 in Juazeiro (Bahia), hat sich in den letzten Jahren zu einem Phänomen der Musik und der Medien entwickelt. Schon im Alter von drei Jahren fing sie an, sich für den Gesang zu interessieren. In jugendlichem Alter verliess sie den Kreis ihrer Familie, um bei Events und Festlichkeiten, die von ihrem Gymnasium promoviert wurden, zu singen und Gitarre zu spielen.
Der Produzent Jonga Cunha war beeindruckt von Ivete’s Potential und stellte eine Show zusammen, in der Ivete den Funk-Sound präsentieren sollte. Mit dieser Show gewann sie den “Caymmi-Preis“ 1992 – den Grammy der bahianischen Musik! Derselbe Jonga Cunha empfahl, die erloschene Band “Banda Eva“ wieder aufleben zu lassen – diesmal mit Ivete als Lead-Sängerin. Die sechs CDs der “Banda Eva“ erreichten eine Verkaufsziffer von 4,5 Millionen Kopien! Als Muse und Sexsymbol im ganzen Land verehrt, entschloss sich Ivete dann zu einer Solokarriere. Ihre erste Solo-CD kam 1999 heraus und trägt ihren Namen.

João Bosco (P)
Im Jahr 1958, im Alter von zwölf Jahren, hatte er nur Ohren für den Rock – wer hätte das von ihm gedacht. Er gründete eine Band, die Elvis Presley und Little Richard spielte. Ihr Name war “X-GAREY“ – denn so stellten sie sich damals die Schreibweise von dem Song “She’s got it“, einem Hit von Little Richard, vor. Aber all das war eben nur eine Spielerei von halberwachsenen Jugendlichen. Im Jahr 1962 entschloss sich João Ingenieur zu werden und zog um nach Ouro Preto (Minas Gerais). In den Unterrichtspausen tat er sich mit anderen Musikern zusammen, die ihm Tom Jobim, João Gilberto, Elis Regina, Baden Powell, Vinícius de Moraes und andere Mitglieder des Bossa Nova vorstellten. Und dann war es für niemanden mehr eine Überraschung, als Vinicius ihn 1967 davon überzeugte, dass er zum Musiker berufen war.

João Gilberto (P)
Als eine richtungweisende Figur, wie wenige andere in der Geschichte der brasilianischen Volksmusik, hat João Gilberto die Art zu singen und Gitarre zu spielen in Brasilien verändert. Verehrt von vielen, als Genie betitelt, abgelehnt von einigen wenigen und für verrückt gehalten von anderen, scheint es schwer zu sein, in seinem Fall eine objektive Haltung zu bewahren. Er wurde in Juazeiro, Bahia, geboren und bekam seine erste Gitarre im Alter von 14 Jahren – die er nie mehr aus der Hand legte. In den 40er Jahren hörte er sich die Musik von Duke Ellington und Tommy Dorsey in Plattenläden an – bis zu den “Anjos do Inferno“, Dorival Caymmi und Dava de Oliveira aus dem nationalen Repertoire. Mit 18 ging er nach Salvador, wo er sich als Sänger im Radio und als “Crooner“ (singen in erster Linie Balladen) versuchte. Schon sehr früh hat João Gilberto durch seine exotischen oder ungewöhnlichen Eigenheiten von sich reden gemacht. Seine Besessenheit gegenüber der technischen Perfektion seiner Plattenaufnahmen und Präsentationen ist notorisch – schon beim Compact-Disc “Chega de Saudade“, die Tage dauerte wegen seiner frequenten Unterbrechungen, immer wieder unzufrieden mit Geräuschen oder Fehlern, die nur er allein heraushörte.

Jorge Ben Jor (P)
Ein echter „Carioca“ (Bürger von Rio), im Stadtteil Catumbi gross geworden, der schon als kleiner Junge im Kirchenchor seinen Hang zur Musik unter Beweis stellte – ausserdem machte er mit beim jährlichen Karneval einer Samba-Schule. Im Teenager-Alter bekam er eine Gitarre geschenkt und fing an, Bossa Nova und Rock’n Roll damit zu spielen. In den 60er Jahren präsentierte er sich im „Beco das Garrafas“, einer kleinen Bar, die zum Treffpunkt der Bossa Nova Fans avancierte. Dort hörte ihn ein Plattenproduzent, der ihn zu den ersten Plattenaufnahmen verpflichtete.
Seine unverwechselbaren vokalen und instrumentalen Arrangements haben den Samba stark beeinflusst und eine Legion von Bewunderern und auch Nachahmern hervor gebracht. Seine Kompositionen wurden neu arrangiert und graviert, und ihr Komponist damit von unzähligen Künstlern der neueren Generation geehrt.

Maria Bethânia (P)
Sie erblickte das Licht der Welt am 18. Juni des Jahres 1946 in Santo Amaro da Purificação, im Bundesstaat Bahia, und wurde auf den Namen Maria Bethânia Vianna Telles Veloso getauft. Ihr Kindheitstraum: als Schauspielerin auf der Bühne zu stehen. 1960 beendete sie in der Haupstadt Salvador ihr Studium und begann das Künstlermilieu zu frequentieren, an der Seite ihres Bruders Caetano Veloso. Drei Jahre später glänzte sie in dem Stück „Boca de Ouro“, von Nelson Rodrigues, als Sängerin. Es war die Zeit, in der Bethânia und Caetano andere Musiker in ihren Anfängen kennen lernten: Gilberto Gil, Gal Costa, Tom Zé, Alcivando Luz und andere. Dieselbe Gruppe schuf 1964 die Shows „Nós Por Exemplo“ – „Nova Bossa Velha, Velha Bossa Nova“ und „Mora na Filosofia“. Bei dieser Gelegenheit wurde Bethânias Stimme auch von der „Muse des Bossa Nova“, der Sängerin Nara Leão, gehört – und die lud sie ein, für sie in der Show „Opinião“ einzuspringen, die lange in Rio de Janeiro lief. Bethânia und Caetano begaben sich dann 1965 nach Rio de Janeiro, und sie ersang sich ihren ersten Erfolg in der Show „Opinião“ mit der Interpretation des Songs „Carcará“ (von João do Vale und José Candido), der ihr den Ruf einer Protestsängerin einbrachte. Noch im gleichen Jahr 1965 veröffentlichte sie ihre ersten Platten – eine kompakte und eine LP, mit Sambas von Noel Rosa, Benedito Lacerda und Kompositionen ihres Bruders Caetano.

Marisa Monte (P, E, E)
Sie hat Gesang, Klavier und auch Schlagzeug spielen während ihrer Kindheit gelernt. In ihren Jugendjahren stand sie im Musical „Rocky Horror Show“ auf der Bühne, dirigiert von Miguel Falabella, jedoch hat sie ihr Studium des lyrischen Gesangs deshalb nie vernachlässigt. Bis sie im 18. Lebensjahr nach Italien reiste, wo sie zehn Monate lang „Belcanto“ studerte. Schliesslich gab sie dieses Studium auf und zog es vor, sich in Bars und Nachtclubs als Sängerin brasilianischer Musik zu präsentieren, begleitet von Freunden. Bei einer dieser Shows war auch Nelson Motta zugegen, der später ihre erste Show in Rio de Janeiro dirigierte (1987). Die Show „Veludo Azul“ gastierte lange Zeit in Rio de Janeiro und auch in São Paulo, wo sie auch das Interesse der Musikverlage und Plattenproduzenten erweckte.

Martinho da Vila (P)
Martinho José Ferreira – mit dem späteren Spitznamen „Martinho da Vila“ – wurde in Duas Barras, im Bundesstaat Rio de Janeiro, geboren – aber gleich darauf zog seine Familie um in den Stadtteil, der den Künstler als „seinen illustren Sohn“ aufnahm – Vila Isabel. Obgleich er sich in einer Karriere als Industrielaborant und dann sogar als Sergeant des Heeres versuchte (man stelle sich vor: Martinho mit seiner typisch gutmütigen Art und seiner weichen Ausdrucksweise als Kommandeur einer Truppe?), fand er schliesslich innerhalb einer Samba-Gruppe seine wahre Berufung. Eine Berufung, die sich in brillanten „Sambas-enredo“ (Themen-Sambas zum Karnevalsaufmarsch) ausdrückte, die er jährlich für seine Samba-Schule „Unidos de Vila Isabel“ komponierte – und ihr sogar zum Gewinn des Titels „Campeã do Carnaval de 1988“ verhalf. In jenem Jahr schrieb Martinho als Autor den unvergessenen Song „Kizomba, a festa da raça“.

Milton Nascimento (P)
Der Komponist, Sänger und Instrumentalist Milton Nascimento wurde am 26. Oktober 1942 in Rio de Janeiro geboren. Als Sohn der Hausangestellten Maria do Carmo Nascimento wurde er in den ersten Monaten seines Lebens von den Eheleuten Josino Brito Campos und Lília Silva Campos adoptiert – er ein Bankangestellter, Mathematiklehrer und Elektrofachmann, und sie eine Musiklehrerin. Er lebte mit ihnen in den Stadtteilen Laranjeiras und Tijuca, in Rio, bevor sie ihn im Alter von 1 ½ Jahren nach Tres Pontas in Minas Gerais mitnahmen. Mit vier Jahren bekam er sein erstes Musikinstrument, eine kleine Ziehharminka mit zwei Bässen, und schon mit dreizehn Jahren durfte er in einer Band seines Nachbars Wagner Tiso mitmachen, die am Wochenende zum Tanz aufspielte.

Nelson Gonçalves (P)
Nelson wurde als Antônio Gonçalves am 01. Juni 1919 im kleinen Städtchen Santana do Livramento im Bundesstaat Rio Grande do Sul geboren. Seine Eltern, Immigranten aus Portugal, waren über Rio de Janeiro nach Brasilien eingewandert und hatten sich schliesslich in Rio Grande do Sul niedergelassen.
In den 80er Jahren machte er grossartige Aufnahmen mit der neuen Generation der MPB (Música Popular Brasileira) und in den 90ern mit diversen grossen Namen des brasilianischen Rock. Er starb am 18. April 1998 als einer der verehrtesten Gesangsinterpreten Brasiliens.

Ney Matogrosso (P)
Ney Matogrosso sang bereits in Chorälen in der Hauptstadt Brasília, wo er 1964 als staatlicher Beamter tätig war. Bis zu dem Tag, an dem er einmal von Freunden eingeladen worden war, um seine Stimme auf einer Party zu präsentieren, die jenen als “andersartig“ aufgefallen war, hatte er niemals daran gedacht, aus der Musik als Sänger eine Berufung zu machen.

Olodum (P)
Gegründet als afro-brasilianischer „Karnevals-Block“ in Salvador im Jahr 1979. Olodum ist gegenwärtig eine staatsunabhängige, kulturelle Vereinigung, die von der Regierung Bahias als „förderungswürdig im Sinne der Öffentlichkeit“ anerkannt ist. Nach ihrem Debüt beim Karneval von 1980 wuchs die Gruppe an auf inzwischen 2.000 Mitglieder und präsentiert in ihren Shows historische Themen der afrikanischen und brasilianischen Kultur.

Raul Seixas (P)
Raul dos Santos Seixas, Sänger, Komponist, Produzent und Lehrer – geboren in Salvador da Bahia am 28.Juni 1945 – gestorben in São Paulo am 21. August 1989. Den grössten Einfluss übte damals der Rock’n Roll der 50er Jahre auf ihn aus – er hörte ihn sich auf den von Nachbarn entliehenen Platten an, Mitarbeiter des Nordamerikanischen Konsulats in Salvador. Im Alter von 12 Jahren gründete er die Gruppe “The Panthers“ (später nannten sie sich brasilianisch “Os Panteras“) – die erste Rock-Gruppe in Salvador, die elektrische Instrumente benutzte – auf “Tournée“ gingen sie im Interior von Bahia.

Rita Lee (P)
Rita Lee gehört ein einzigartiger Platz im Universum der brasilianischen “Música Popular“ (Volksmusik). Zu ihrem Repertoire gehört – ausser ihrem enormen Talent – auch eine gute Dosis Ekletismus, denn, als legitime Tochter des Tropicalismus, bewegt sich Rita ohne Scheu durch die unterschiedlichsten musikalischen Strömungen – angefangen vom Rock bis zum Bossa Nova, über romantische Balladen und Latinitäten.
Ausser zahllosen Hits, die sie für sich selbst komponiert hat, wurden ihre Kompositionen auch von so bekannten Künstlern wie João Gilberto, Caetano Veloso, Gilberto Gil, Elis Regina, Gal Costa, Maria Bethânia, Milton Nascimento, Simone, Ney Matogrosso, Zizi Possi, Marisa Monte, Marina Lima, Zélia Duncan, Cássia Eller, Paula Toller, Henri Salvador, Frank Pourcel, Paul Mauriat, Gloria Estefan, Yael Levy und vielen anderen, auf ihren Platten verewigt. In den 37 Jahren ihrer Karriere hat Rita Lee eine Vielzahl von Shows rund um unseren Planeten absolviert.

Roberto Carlos (P)
Schon im Alter von neun Jahren wurde man auf ihn aufmerksam, als er im lokalen Radiosender den Sänger Bobby Nelson imitierte. Mit zwölf zog seine Familie um nach Niterói (Bundesstaat Rio de Janeiro) und Roberto befreundete sich mit anderen Jungen seines Alters, die Fans bestimmter Musikrichtungen waren, besonders des Rock’n Roll, der aus der USA importiert wurde.
Im Jahr 1957 gründete er zusammen mit seinen engsten Freunden – inklusive Tim Maya – die Gruppe „Os Sputniks“ und im Folgejahr war er bereits Mitglied der „The Snakes“, zusammen mit Erasmo Carlos. In den 70er Jahren, als die Bewegung „Jovem Guarda“ abzustürzen drohte, ändert er seinen Stil und verwandelt sich in einen Sänger und Komponisten mit vorzugsweise romantischem Repertoire.

Roupa Nova (P)
Die Band “Roupa Nova” (Neue Kleidung) – sie setzt sich zusammen aus Cléberson Horsth, Kiko, Nando, Paulinho, Ricardo Feghali und Serginho – ist eine der erfolgreichsten in der brasilianischen Musikszene. Angefangen haben die Jungs in den siebziger Jahren, als sie auf zahllosen Bällen und festlichen Veranstaltungen spielten. Zu jener Zeit gab es eine Gruppe, die sich “Os Famks“ nannten, und in der Cleberson und Nando mitspielten. Neben ihren eigenen Plattenaufnahmen ist die “Roupa Nova“ Band auch sehr gefragt bei Studioaufnahmen anderer Musiker – und sie haben mit einer Reihe von Brasiliens besten Musik-Interpreten Platten herausgebracht, von Milton Nascimento bis Sandy & Junior, über José Augusto, Michael Sullivan, Paulo Massadas, Joanna, Fagner und andere.
Und so, mit einer Unzahl von Plattenaufnahmen, zahlreichen Alben, mehr als zwanzig Novela-Themen und Partnerschaften mit unzähligen Künstlern, hat sich die Gruppe “Roupa Nova“ einen bedeutenden Platz in der brasilianischen Musikgeschichte erobert.

Tim Maia (aktuell kein Internetauftritt)
Sebastião Rodrigues Maia erblickte das Licht der Welt in Rio de Janeiro am 28. September 1942. Er war der vorletzte von 19 Brüdern – schon mit acht Jahren komponierte er seine ersten Songs. Und mit vierzehn formierte er seine erste Band, „Os Tijucanos do Ritmo“ nannten sie sich, und Tim spielte das Schlagzeug. Aber sie hielten sich nur ein einziges Jahr. Danach lernte Tim Gitarre zu spielen in Privatstunden und gründete im Jahr 1957 die „Sputniks“ – berühmte Mitglieder dieser Band waren unter anderen Roberto und Erasmo Carlos, die dann von Tim im Gitarrespiel unterrichtet wurden.
Im Jahr 1959, noch vor seinem 17. Geburtstag, starb sein Vater, und auf der Suche nach Abstand reiste Tim in die USA, wo er Englisch lernte und seine Karriere als Sänger begann – innerhalb einer Truppe, die sich „The Ideals“ nannten. Während einer Aufnahme für eine TV-Show fühlte er sich plötzlich schlecht – und starb am 15. März 1998 in Niterói, nachdem er wegen einer Gesamtinfektion ins Krankenhaus eingeliefert worden war.

Tom Jobim (P)
Er ist einer der Persönlichkeiten, welche die brasilianische Musik des 20. Jahrhunderts am meisten geprägt haben – als Pianist, Komponist, Sänger, Arrangeur, Geiger manchmal und praktische eine Einheit, wenn man seine musikalischen Qualität und Perfektion betrachtet. Er wurde im Stadtteil Tijuca in Rio de Janeiro geboren – bald darauf zog die Familie nach Ipanema um. Er nahm Klavier- und Gitarreunterricht bei dem deutschen Lehrer Koellreuter. Tom interessierte sich beruflich für die Architektur und wurde auch in einem entsprechenden Büro angestellt, gab es aber bald zugunsten einer Karriere als Pianist auf. Anfangs spielte er in Bars und Nachtclubs von Copacabana – am Anfang der 50er Jahre – bis er dann 1952 als „Arrangeur“ von der Plattenfirma Continental unter Vertrag genommen wurde. Ausser seinen Arrangements kam ihm noch die Aufgabe zu, Melodien von Komponisten, die der Niederschrift auf Notenblättern nicht mächtig waren, mit seiner eigenen Handschrift zu unterstützen. In dieser Zeit schuf er seine ersten Kompositionen.
Heute ist es schwer, die signifikantesten unter seinen mehr als 50 Platten und CD’s auszuwählen, an denen er als Komponist, Interpret oder Arrangeur beteiligt war. Alle Scheiben präsentieren etwas Innovatives, Unterschiedliches und Spezielles. Seine letzte CD “ Antônio Brasileiro“ kam 1994 auf den Markt – wenig vor seinem Tod im Dezember, in den USA.

Toquinho (P)
Geboren in São Paulo, Brasilien, am 6. Juli 1946 mit dem bürgerlichen Namen Antonio Pecci Filho – wurde er von der Mutter mit seinem späteren Spitznamen belegt, die ihn liebevoll „meu toquinho de gente“ (mein kleiner Stummel von Mensch) nannte. Und der Name blieb, und identifiziert heute einen der ausdrucksvollsten Künstler der brasilianischen Volksmusik.
Früh fing er an, sich für die Gitarre zu interessieren. Mit 14 Jahren nahm er Stunden bei seinem Lehrmeister Paulinho Nogueira, der ihn von der Gitarre-Begleitung bis zum Solospiel führte. Dann reicherte er seine Kenntnisse mit Edgard Gianullo in Harmonielehre an und perfektionierte sein Spiel durch die Freundschaft mit Oscar Castro Neves. Der Stil von Baden Powell hatte es dem damaligen Anfänger Toquinho besonders angetan, und, um sich als Gitarrist einen Namen zu machen, suchte er bei Isaias Sávio die Intimität mit dem Instrument durch Eintauchen in die Klassik. Schon als Komponist absolvierte er noch einen Kurs in Orchestrierung mit Léo Peracchi.

Vinicius de Moraes (P)
Er erblickte das Licht der Welt im Kreise einer Familie, die sowohl der Literatur als auch der Musik verhaftet war. Und Vinicius folgt diesen beiden Idealen. Noch auf der Hochschule beginnt er mit seinen Freunden Paulo und Haroldo Tapajós zu komponieren – und zusammen spielen sie auf Festen. Im 30sten Lebensjahr macht er seinen Abschluss im Studium der Rechte – und schreibt die Texte für zehn Kompositionen, die auf Platte graviert wurden, neun davon in Partnerschaft mit den Gebrüdern Tapajós. Zahllose Schallplatten mit Kompositionen und Interpretationen von Vinicius wurden in den 70er Jahren produziert. Eine der wichtigsten ist „Tom, Vinicius, Toquinho e Miucha“, die live im Canecao von Rio de Janeiro mitgeschnitten wurde, während einer Show, die fast ein ganzes Jahr am gleichen Ort verblieb und stets vor ausverkauftem Haus ablief – anschliessend zeigte man sie auch in anderen Städten Südamerikas und in Europa. Trotz seines enormen Erfolgs mit der Música Popular hat Vinicius die Poesie nicht aufgegeben, sondern sogar Platten herausgebracht, auf denen er seine Werke rezitiert. Nach seinem Tod, im Jahr 1980, präsentierten sich verschiedene Shows in seinem Andenken im Lauf der Jahre – und verschiedene Gedichtbände und Biografien sind ebenfalls erschienen.

Zé Ramalho (P)
Ausgestattet mit einer fantastischen, durchdringenden Bariton-Stimme und einem einzigartigen Gefühl für Lyrik, ist der Sänger und Komponist Zé Ramalho verantwortlich für eins der aufsehenerregendsten Kapitel der brasilianischen Volksmusik mit nordöstlichen Wurzeln. Beeinflusst von der Poesie der Beatles und der Rolling Stones, durchdrungen von den absurden Refrains der “Repentistas“, wie zum Beispiel Zé Limeira und Pinto do Monteiro, füllte der aus dem Bundesstaat Paríba stammende Künstler seine Texte mit dem fantastischen Realismus, der typisch ist für die Vorstellungswelt der Menschen des brasilianischen Nordostens. Heraus kam eine moderne Verbindung von Rock mit “Xaxado“, “Galope“ und “Beira-Mar“.

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