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Kunst & Kultur

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Entdecken Sie berühmte Architekten und bildende Künstler, Dichter und Schriftsteller, Designer und Strassenmaler, sowie viele andere ehemalige und noch präsente Zeitgenossen, denen der Verdienst zukommt, an der Schaffung des brasilianischen Kulturguts massgeblich beteiligt gewesen zu sein.

offizielles-und-nuetzliches
Dança Brasiliera (P)
Auf dieser Seite dreht sich im wahrsten Sinne des Wortes alles um den Tanz.

Funarte (Fundação Nacional de Arte) (P)
Brasilianische Kulturstiftung

Itaú Cultural (P)
Instituto Cultural Itaú (ICI), renommierte Kulturstiftung der Itaú Gruppe. Die Stiftung wurde 1989 von der gleichnamigen Bank ins Leben gerufen. Sie ist Medien- und Technologie- und Forschungszentrum, Institut für Kunst, Kultur und Zentrum für den internationalen Kulturaustausch. Sie verfügt über ein grosses Archiv der brasilianischen Malerei, Fotografie und Kinogeschichte. Weiter bietet die Stiftung Veröffentlichungen im Medien- und Kulturbereich an, veranstaltet Ausstellungen, Festivals, Seminare, Vorträge und Workshops. Auf der Internetseite findet der Besucher u.a. eine Enzyklopädie der verschiedenen Künstler.

Teatro Brasileiro (P)
Die Seite informiert über Theater in den Region Norden, Mittelwesten (DF), Südosten und Süden und speziell in den Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo.

architekten
Oscar Niemeyer (P)
Als Figur der Geschichte Brasiliens hat der Architekt Oscar Niemeyer einen schwerwiegenden Fehler: Er ist immer beschäftigt. Oscar Ribeiro de Almeida Niemeyer Soares Filho, Brasilianer mit deutscher Abstammung – geboren 15. Dezember 1907 in Rio de Janeiro – ist der Wegbereiter der modernen brasilianischen Architektur.
Um seine Architektur in das grossartige konkrete Markenzeichen des brasilianischen Modernismus zu verwandeln, musste er aber lange Umwege gehen. Sein Stil, der mit derartiger Leichtigkeit aus dem Boden spriesst, breitete sich über 16 Länder aus. Mehr als 200 Bauwerke der Marke Niemeyer gibt es ausserhalb Brasiliens. Er, der selbst Atheist ist, baute mindestens vier katholische Kirchen, verschiedene Kapellen, ein Dominikanerkloster, eine Moschee und einen Tempel der Sektenkirche “Igreja Universal do Reino de Deus“, von der Kathedrale in Brasília ganz zu schweigen. Er entwarf das Grabmal des Guerillakämpfers Carlos Marighella (1911-1969) in Bahia und das Stadion Presidente Médici in Recife, das Hauptquartier des Ministeriums für Heeresleitung in Brasília und die Gedenkstätte für die durch das Heer getöteten Arbeiter in Volta Redonda. Vielleicht hat er nicht die Gesellschaft so verändert, wie er es wollte. Doch in Brasilien hat er für immer seine Zeichen in der Szenerie hinterlassen, in der sie sich bewegt.

filmregisseure
Bruno Barreto (P)
Bruno Barreto – am 16. März 1955 in Rio de Janeiro geboren – wurde durch seine Eltern Luiz Carlos Barreto und Lucy Barreto, beides bekannte Regisseure – schon sehr früh auf das Filmemachen gebracht und bereits mit zehn, drehte er seinen ersten Kurzfilm. Mit siebzehn realisierte er seinen ersten Spielfilm „Tati, a garota“. Er drehte „O que ê isso, Companheiro“, ein Film, der die Entführung des amerikanischen Botschafters von 1969 zum Thema hatte. Internationalen Ehre erlangte er 1976 mit seinem dritten Spielfilm „Dona Flor e sues dois maridos“, der für den Golden Globe für den besten ausländischen Film nominiert wurde und der der Hauptdarstellerin Sonia Braga zu internationalen Ruhm verhalf Der Film verzeichnete über 12 Millionen Eintritte, mehr als je ein brasilianischer Film zuvor. 1988 übersiedelte Bruno Barreto in die USA, wo er bis 1998 lebte.

Eduardo Coutinho (P)
Der schon zu Zeiten des Cinema Novo in den 60er Jahren berühmte Dokumentarfilmer Eduardo Coutinho (geboren am 11. Mai 1933 in São Paulo) ist in diesem Film einmal wieder sehr eindringlich den sozialen und menschlichen Problemen seiner Landsleute auf der Spur. Beobachten wird er diesmal das riesige Hochhaus “Edificio Master“ in Rio de Janeiros. Dabei entstand ein faszinierendes Universum der Lebenswelten aller Bewohner des die mit all ihren Freuden, ihrer Einsamkeit, ihren unerfüllten Sehnsüchten und ihren Problemen vor der Kamera Revue passieren. Ein Mikrokosmos Rio de Janeiros.

Glauber Rocha (E)
„Deus e o Diabo na Terra do Sol“ (Gott und der Teufel im Land der Sonne)
Ein Klassiker des „Cinema Novo“ aus dem Jahre 1964, er greift das Leben im Nordosten Brasiliens auf und stellt am Irrweg der Hauptpersonen exemplarisch den Einfluss des religiösen und politischen Fanatismus in diesem Teil Brasiliens dar.

Hector Babencos (P)
Der brasilianische Filmregisseur Hector Babenco wurde am 07. Februar 1946 in Mar del Plata, Buenos Aires als Sohn jüdischer Emigranten russischer und polnischer Herkunft geboren. 1975 drehte er mit “King of Night“ seinen ersten Kinofilm. International bekannt wurde Babenco 1981 durch den sein umstrittenes Drama „Pixote, a lei do mais fraco“ “Asphalt-Haie“ mit Fernando Ramos Da Silva und Marília Pêra, in dem er das triste und ausweglose Leben brasilianischer Strassenkinder zeigte. Dieser Filma bedeute für Babenco die Eintrittskarte nach Hollywood. Gleich sein erster Film – “Der Kuss der Spinnenfrau“ 1985, war ein totaler Erfolg. Hauptdarsteller William Hurt gewann den Oscar und Babenco wurde für die beste Regie nominiert.

Joaquim Pedro (P)
Joaquim Pedro de Andrade am 25. Mai 1932 Rio de Janeiro geboren und am 10. September 1988 verstorben, gilt als “Vater“ des Cinema Novo, der Erneuerungsbewegung im brasilianischen Film, die in den 50er Jahren begann. Ziel des Cinema Novo war vor allem eine eigenständige Filmsprache zu schaffen, um die Werte und Gedanken der brasilianischen Kultur auszudrücken und sich vom Hollywood-Film und dessen Macht zu lösen. Unter dem Einfluss des Tropikalismus entstand der Film “Macunaima“ nach dem gleichnamigen Roman von Mário de Andrade aus dem Jahre 1922. Der Film erzählt die surreale Fabel eines Brasilianers namens Macunaíma. Als Erwachsener mit schwarzer Hautfarbe geboren, mutiert er auf seinem Weg vom Busch in die Stadt mit Hilfe einer magischen Quelle zum Weissen, um nach makabren Abenteuern wieder im Urwald unterzutauchen… Im Weg dieses Simplizissimus durch den Dschungel des Lebens manifestiert sich ein parabelhaftes Lehrstück über Macht und Unterdrückung.

Nelson Pereira dos Santos (P)
Rio 40 Graus (Rio bei 40 Grad)
1955 entstand dieser halbdokumentarische Film über die Menschen in Rio de Janeiro. Die Kamera folgt jungen Burschen aus einer Favela, die an der Copacabana, beim Zuckerhut und am Maracanã Stadion Erdnüsse verkaufen. Mit dem Film wurde Nélson Pereira dos Santos zum Wegbereiter des brasilianischen „Cinema Novo“, das sich mit minimalen finanziellen Mitteln auf die Darstellung aktueller Probleme des Landes besann.

Walter Salles (D, E)
Der Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Walter Salles ist am 12. April 1956 in Rio de Janeiro als Sohn von Walter Moreira Salles, einem Banker und Botschafter zur Welt gekommen.
Schon mit seinem Erstlingsfilm 1995 “Terra Estrangeira“ erhielt er acht internationale Preise, darunter den als Bester Brasilianischer Film des Jahres. Für seinen Spielfilm “Central Station“ durfte er auf der Berlinale den Goldenen Bären als Bester Film in Empfang nehmen. Fernanda Montenegro wurde für die Beste Darstellerin ausgezeichnet. Weiter Filme von Salles sind: Hinter der Sonne “Abril Despedaçado“ 2002, “Die Reise des jungen Che“ 2004 und als neustes Werk “On the Road“ – Unterwegs – 2007. Die britischen Zeitung The Guardian wählte Walter Salles 2003 unter die 40 besten Filmregisseure der Welt.

maler
Lasar Segall (P)
Der 1891 in Lettland geborene und 1957 verstorbene Maler Lasar Segall gehört zu den wenigen bekannten brasilianischen Künstlern.

Tarsila do Amaral (P, E)
Tarsila do Amaral, geboren am 01. September 1886 in São Bernardo Capivari, São Paulo und gestorben am 17. Januar 1973 in São Paulo, war eine moderne Künstlerin und Mitbegründerin der Antropophagie-Bewegung und Mitarbeiterin des Kulturmagazins “Semana de Arte Moderna“. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Oswald de Andrade, dessen Freund Mário de Andrade, mit Anita Malfatti und Menotti del Picchia gehörte sie zu der Künstlergruppe Grupo dos Cinco „Gruppe der Fünf“. Eines ihrer berühmtesten Gemälde mit dem Titel Abaporu “Menschenfresser“ entstand 1928. Abaporu bedeutet in der Sprache der Tupi Anthropophage, nach der sich die Antropophagie-Bewegung benannte.

Candido Portinari (P)
Candido Portinari, ein italienischer Immigrant, (29. Dezember 1903 bis 06. Februar 1962) war einer der wichtigsten brasilianischen Maler und ein einflussreicher Praktiker des Neorealismus. Er bediente sich riesiger Wände, um die Ausbeutung und Ungerechtigkeit darzustellen, denen Arbeiter und Bauern unterworfen waren. Er selbst arbeitet auf einer Kaffeeplantage im Bundesstatt São Paulo, bis er an der Escola Nacional de Belas Artes (ENBA) in Rio de Janeiro studierte.

Oswaldo Goeldi (P)
Oswaldo Goeldi, (1895 – 1961) Sohn des Naturforschers und Museumsgründers von Belém.

Siron Franco (P)
Der Maler Siron Franco (geboren 1947) behandelt vorzugsweise das Thema der „Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes“ in seinen Werken, jedoch seine aufrüttelnden surrealen Bilder behandeln auch viele andere Problemzonen: Industrieverschmutzung, sexuelle Fantasien, politische Korruption, nationale Identität etc. – und machen aus ihm einen der interessantesten und überraschendsten Künstler des gegenwärtigen Brasilien.

Die beiden Künstler Cildo Meireles (geboren 1948) und Jac Lierner (geboren 1961) benutzten, missbrauchten und fälschten zum Beispiel auch Banknoten – zusammen mit Waltercio Caldas (geboren 1946) und Tunga (geboren 1952) haben sie Installationen geschaffen, die direkt und indirekt die Aufmerksamkeit ihres gesellschaftlichen Umfelds auf Themen ihrer Umwelt gelenkt haben. Diese Künstleri haben keinen eigene Internetpräsenz.

schriftsteller-poeten
Antonio Callado (P)
Die beste geschriebene Fiktion der 40er und den 50er Jahren stammt aus den Novellen von Antonio Callado (geboren 1917), sein „Quarup“ (1967) – angelegt im Nordosten, konzentriert sich auf einen linken Priester – oder „Bar Don Juan“ (1971) – hier liegt der Fokus auf den Widersprüchlichkeiten einer Gruppe von Mittelklasse-Guerilheiros.

Caio Fernando Abreu (P)
Caio Fernando Abreu (1984 – 1996) ist ein Kurzgeschichten.Schreiber von bemerkenswertem Talent. Er beschäftigt sich mit der verkommenden Stadtjugend in solchen Büchern wie „Morangos mofados“ (Verschimmelte Erdbeeren) und „Os dragoes nao conhecem o paraíso“ (Die Drachen kennen kein Paradies).

Carlos Drummond de Andrade (P)
Die beständigsten künstlerischen Werke aus dem Modernismus sind von dichterischer Natur: Zwei von Brasiliens bekannteren modernen Dichtern sind Manuel Bandeira (1886 – 1968) und Carlos Drummond de Andrade (1902 – 1987) – sie waren unter den ersten Enthusiasten des Modernismus und stimmen insgesamt mit Mârio de Andrades Thesen überein. Bandeira, dem älteren Mann, gelang ein langsamer Übergang zum neuen, freieren Stil: seine Gedichte, oft kurz und auf alltäglichen Ereignissen und Bildern beruhend, haben vor allem eine besondere Kraft und rhythmische Perfektion von eindrucksvoller Simplizität. Drummonds Poesie ist selbstbewusster, entstand aus einem Komplex intellektueller Entwicklung, inklusive einer Periode von politischem Enthusiasmus während des Zweiten Weltkriegs, gefolgt von einer gewissen Enttäuschung mit Beginn des Kalten Krieges.

Clarice Lispector (P)
Die Geschichten und Novellen von Clarice Lispector (1920 – 1977) haben inzwischen eine bemerkenswerte Fan-Gemeinde sowohl in als auch ausserhalb Brasiliens. Ihre Geschichten, besonders die aus „Lacos de família“ (1960) sind im Allgemeinen in der gesellschaftlichen Mittelklasse von Rio de Janeiro angelegt, und sie präsentieren als ihre zentralen Figuren stets Frauen: Die Turbulenzen, Familienhass und Durchgedrehtheit verborgen hinter der täglichen Routine des Lebens werden in unvergesslicher Art und Weise dem Leser vermittelt, in einer Sprache und einem Symbolismus der zugleich poetisch und abenteuerlich daherkommt, ohne deshalb besonders schwierig zu lesen zu sein.

Coelho, Paulo (P)
Paulo Coelho – am 24. August 1947 in Rio de Janeiro – gehört zu den zehn Autoren, die weltweit die meisten Bücher verkauften. Die Gesamtauflage seiner Publikationen soll auf 65 Millionen Exemplare angewachsen sein. Die Bücher Coelhos tragen autobiografische Züge; die beschriebenen Landschaften und Länder hat er auf seinen Reisen selbst besucht. Coelho schreibt meist in einfacher, schmuckloser Sprache. Er verarbeitet ursprüngliche Symbole, metaphysische Elemente und christliche Mystik in märchenhaften Gleichnissen, Parabeln und Fabeln. Dabei arbeitet er auch immer biblische und spirituelle Elemente in den Kontext ein. Seine Themen sind unter anderem immer wieder die Liebe zu einem anderen Menschen im Kontrast zu der Liebe zu sich selbst, die Suche nach dem Sinn des Lebens sowie die spirituelle Selbstfindung, die er vor allem an der Weisheit „Verwirkliche Deinen Traum“ fest macht. Weltweite Bekanntheit erlangte er mit seinem Roman Der Alchimist, der bisher in über 60 Sprachen erschienen ist. Eine Verfilmung des Buches steht in Produktion. Laurence Fishburne schrieb das Drehbuch, führt Regie und soll zudem den Alchimisten darstellen. Madonna und Jeremy Irons spielen weitere Hauptrollen, Peter Gabriel soll für den Soundtrack verantwortlich sein. Der Beginn der Dreharbeiten war für Herbst 2003 in Jordanien vorgesehen. (Quellenauszug Wikipedia)

Darcy Ribeiro (P)
Darcy Ribeiro (geboren 1922) ein Anthropologe und Politiker, nahm sich die Zeit um „Maíra“ zu schreiben (1978) – eine Wiederbelebung des „Indianismus“, aber diesmal mit realen Indianern und einer gefährdeten amazonensischen Umwelt. Rubem Fonseca (geboren 1925) – seine Story „Feliz Ano Novo“ (Glückliches Neues Jahr, 1973) verursachte einen Skandal wegen seiner brutalen Behandlung der Klassenunterschiede – er hat sich der Schöpfung von harten Thrillern verschrieben, wie „A grande Arte“ (die grosse Kunst, von1983).

De Vasconcelos, José Mauro (aktuell keinen Internetauftritt)
José Mauro de Vasconcelos in Rio am 26. Februar 1920 geboren und 1984 in São Paulo verstorben war ein Schriftsteller der es im Ausland zu mehr Ruhm und Ansehen brachte, als in seiner Heimat.
Vasconcelos ist für seinen einfachen Stil bekannt, der den Leser in eine Welt der Zärtlichkeit und Sensibilität führt. Für die brasilianische Lebenseinstellung so typisch vermag er auch traurige, ja tragische Themen und Ereignisse mit Optimismus zu versehen und mit Humor zu bestücken, ohne je im Ton danebenzugreifen. Sein auch in Brasilien gefeierter Erfolgsroman „O Meu Pé de Laranja Lima“ (1968) „Wenn ich einmal gross bin“, wurde schon 1969 von seinem Landsmann Aurélio Teixeira für den Film adaptiert, allerdings bisher nie im Kino umgesetzt. Hingegen gab es aber schon drei Verfilmungen des Buches als Fernsehserien, erstmals 1970 von TV Tupi, als Wiederholung 1980 und 1998 auf Rede Bandeirantes.

Erico Verissimo (P)
Der bedeutende Novellist des brasilianischen Südens ist Erico Verissimo (1905 – 1975), besonders seine epische Trilogie unter dem Sammeltitel „O tempo e o vento“ (die Zeit und der Wind) – darin „O continente“ (der Kontinent 1949), „O retrato“ (das Portrait 1951) und „O arquipelago“ (der Archipel 1961) – erfasst zwei Jahrhunderte der turbulenten Geschichte von Rio Grande do Sul.

Gilberto Freyre (P)
Gilberto Freyre (1900 – 1987), dessen „Casa grande e senzala“ (Die Herren und die Sklaven), publiziert 1933, zu den bedeutendsten und lesenswertesten brasilianischen Büchern gehört. Es ist eine Studie der auf Sklavenarbeit basierenden Zuckerplantagen-Gesellschaft und eines der ersten Werke, welche den Beitrag der Schwarzen zur brasilianischen Kultur würdigen.

Graciliano Ramos (P)
Ein bekannter Novellist (1892 – 1953). Sein Meisterstück wurde die Grundlage eines exzellenten Films in den 60er Jahren, der Titel „Vidas secas“ (trockene Leben) wendet sich erneut dem unwirtlichen Hinterland des Buches „Os Sertoes“ zu, konzentriert sich aber auf einen ungebildeten Kuhtreiber und dessen Familie, der von einem Ort zum anderen durch Bedürftigkeit und soziale Ungerechtigkeit getrieben wird. Ein mutiger Versuch, die mentale Welt dieser einfachen Menschen zu begreifen und darzulegen. „Memórias do Carcere“ (Erinnerungen ans Gefängnis) wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht und ist ein ungeschminkter Bericht seines einjährigen Gefängnisaufenthalts während der Ära Vargas.

João Cabral de Melo Neto (P)
Der grösste Poet dieser Generation ist João Cabral de Melo Neto (geboren 1920 in Pernambuco und 1999 gestorben), dessen beste Poesie sich mit seinem Heimatstaat befasst. Das von der Trockenheit heimgesuchte Interior, die üppigen aber auch bedrückenden Landschaften der Zuckerrohrplantagen und die Slums der Städte sind überall präsent in seinem Versspiel „Morte e vida severina“ (1956), und seine knappe, sparsame Poesie kehrt oft zu denselben Orten zurück, oder zu ähnlichen Orten in verschiedenen anderen Ländern (besonders denen in Spanien), in denen er als Diplomat tätig war.

João Guimaraes Rosa (P)
João Guimaraes Rosa (1908 – 1967) veröffentlichte seine grössere Novelle „Grande sertao veredas“ im Jahr 1956. Fast ein Joyceaner in seiner Inspiration und seinen linguistischen Innovationen, präsentiert er mit diesem Buch eine Art Mischung aus Cowboy-Story und moderner Faust-Version im Pakt mit dem Teufel – übrigens in einem aussergewöhnlich exzellenten Portugiesisch, dem die bekannten Übersetzungen (wie zum Beispiel die englische „The Devil to Pay in the Backlands“) nicht das Wasser reichen können.

Jorge Amado (P)
Er ist bei weitem der meist gelesene Autor brasilianischer Fiktion des 20. Jahrhunderts – sowohl in Brasilien als auch im Ausland. Geboren 1912 auf einer Kakao-Plantage ausserhalb von Ilhéus, im Süden des Bundesstaates Bahia, war ihm eine recht abenteuerliche Jugend beschieden, mit direktem Kontakt und eigener Erfahrung hinsichtlich der endemischen Gewalt, welche die Landansprüche jener Tage umgab – er hat sie in später in seinen Novellen „Terras do sem-fim“ (das endlose Land, von 1943) dramatisch verarbeitet. In seiner frühen Periode (1931 – 1952) zeigte er grosses Interesse an der Armut der Landbevölkerung wie der Städter: zum Beispiel in Novellen wie „Jubiabá“ (1935) – über die Selbsterziehung eines schwarzen Mannes – oder „Capitaes de areia“ (Sandkapitäne, von 1937) – eines seiner besten Bücher, in dem er sich auf eine Gang von Strassenkindern konzentriert. Schliesslich begann er sich für die Macht des „Candomblé“ (afro-brasilianische Religion) zu interessieren.

Lins Osman (P)
Osman Lins am 05. Juli 1924 in Vitória de Santo Antão, Bundesstaat Pernambuco geboren und am 08. Juli 1978 in São Paulo verstorben schrieb avantgardistische Romane und Erzählungen. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Universität von Recife arbeitete bis Mitte 1970 in einer Bank. Seinen ersten Roman “Visitante“ veröffentlichte er 1955, es folgten “Verlorenes und Gefundenes“ 1966, “Avalovara“ 1973 und “Die Königin der Kerker Griechenlands“ 1976.

Luis Fernando Verissimo (P)
Luis Fernando wird am 26. September in Porto Alegre (Bundesstaat Rio Grande do Sul) als Sohn des Schriftstellers Erico Verissimo und Mafalda Volpe Verissimo geboren.
Er ist ein Champion der intelligenten Satire und des zwerchfellerschütternden Humors – versteht es meisterhaft, den Einheimischen nicht nur auf den Mund sondern auch in die Seele zu schauen, wobei er nicht nur brasilientypische Skurrilitäten aufstöbert, sondern auch ganz allgemein menschliche. Und wenn er diese Beobachtungen dann seinen, schon in Vorfreude schmunzelnden, Lesern präsentiert, können diese oft nicht umhin, sich in seinen Geschichten selbst zu entdecken.

Ubaldo Ribeiro João (P)
Der am 23. Januar 1941 in Itaparica, Bahia geborene Schriftsteller João Ubaldo Osório Pimental Ribeiro begann sich schon früh für die Literatur zu interessieren. Ab 1955 besucht er das Colégio da Bahia, zusammen mit Glauber Rocha, mit dem er sich 1956 anfreundet. Seine Werke sind meist in seiner Heimat Bahia angesiedelt und handeln von Geschichten und Legenden. Ribeiro kann sehr treffend die Stimmungen und die Menschen seiner Heimat beschreiben. Oft haben seine Werke einen leicht surrealen Charakter, welcher die Situationen, in welchen sich die Handelnden befinden, überzeugend verstärken. Er ist dem magischen Realismus zuzuordnen, einem lateinamerikanischen Literaturstil dessen Hauptvertreter Gabriel García Márquez ist. Ein anderer Teil seiner Werke beruht auf autobiographischen Gegebenheiten, z.B. „Ein Brasilianer in Berlin“. Ribeiro ist einer der bedeutendsten brasilianischen Schriftsteller.
(Quellenauszug Wikipedia)

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